NRE-Kosten – woraus sie entstehen und wie sie optimiert werden können
Wenn Sie die Produktion elektronischer Geräte in Auftrag geben, stoßen Sie unweigerlich auf den Begriff NRE (Non-Recurring Engineering) – also einmalige Entwicklungskosten. In diesem Artikel erklären wir, welche Leistungen in die NRE-Kosten einfließen, warum EMS-Dienstleister diese Kosten in der Regel dem Auftraggeber berechnen und wie sich NRE-Kosten optimieren lassen, um die Projektkosten zu reduzieren.
Per Definition umfassen NRE-Kosten alle einmaligen Aufwendungen, die ein EMS-Partner (Electronics Manufacturing Services) durchführen muss, um die Produktion eines spezifischen elektronischen Produkts vorzubereiten.
Diese Kosten entstehen ausschließlich projektbezogen und sind nicht auf andere Produkte übertragbar.
Zu den typischen Bestandteilen der NRE-Kosten gehören unter anderem:
- Entwicklung und Fertigung einer Lötpaste-Schablone (Stencil)
- Programmierung von SMT-Bestückungsautomaten, Selektivlötanlagen, AOI-Systemen (Automatische optische Inspektion) und weiterer Produktionsmaschinen
- Erstellung des Reflow-Lötprofils für SMT-Öfen
- Anfertigung der Film- und Fertigungsunterlagen für die Leiterplattenproduktion (PCB)
- Entwicklung und Herstellung von Testsystemen und Prüfadaptern
- Konstruktion spezieller Haltevorrichtungen, Werkzeuge und Fixtures
- Erstellung und Aufbereitung der vollständigen Produktionsdokumentation
Jede dieser Tätigkeiten ist individuell auf Ihr Produkt zugeschnitten und kann daher nicht für andere Projekte wiederverwendet werden. Aus diesem Grund müssen die entstehenden Kosten vom Auftraggeber getragen werden. In den meisten Fällen fallen NRE-Kosten nur einmal im gesamten Produktlebenszyklus an.
Ausnahmen können bei sehr hohen Produktionsvolumen auftreten, wenn es beispielsweise zu einem Verschleiß von Werkzeugen oder Vorrichtungen kommt.
Bei einer neuen Produktrevision kann es erforderlich sein, erneut NRE-Kosten zu berechnen – dies hängt jedoch stark von der Komplexität der Änderungen sowie den vertraglichen Rahmenbedingungen ab.
Ein EMS-Partner kann die anfänglichen Entwicklungskosten in der Elektronikfertigung grundsätzlich nicht vermeiden. Jede neue Produktion erfordert eine individuelle Vorbereitung, die Zeit, Know-how und spezialisierte Ressourcen bindet.
Wenn sich nach dem Produktionsstart herausstellt, dass das Design Fehler enthält oder nicht optimal ausgelegt ist, müssen Korrekturen oft nachträglich umgesetzt werden.
Dies führt zu zusätzlichen NRE-Kosten, beispielsweise durch:
- erneute Herstellung von Lötmasken oder Schablonen
- Anpassung der Fertigungsdokumentation
- erneute Programmierung von Maschinen und Prüfprozessen
Je später ein Fehler erkannt wird, desto höher können die Gesamtkosten ausfallen.
Die effektivste Möglichkeit zur Reduzierung von NRE-Kosten ist die frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Kunde und EMS-Dienstleister bereits in der Entwicklungsphase.
Durch eine enge Abstimmung können Ingenieure des EMS-Partners:
- die Produktionsunterlagen frühzeitig prüfen
- potenzielle Designfehler identifizieren
- Optimierungsvorschläge einbringen
- kostspielige Anpassungen vor Produktionsstart vermeiden
So lassen sich nicht nur Fehler reduzieren, sondern auch die gesamten Projektkosten deutlich optimieren.
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Wenn Sie erfahren möchten, welche konkreten NRE-Kosten für Ihre Anwendung anfallen, kontaktieren Sie uns. Wir garantieren Ihnen absolute Vertraulichkeit.